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Konkrete Gewinnsteigerung mit Mitarbeiter-motivation: So geht's! [Ein Praxisfall]

Gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen (25 bis 150 Mitarbeiter) ist eine hohe Produktivität entscheidend, um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben.

Das gilt zwar eigentlich für alle Unternehmen, aber als große Bank, Automobilhersteller, oder Energieversorger dürfen Sie unternehmerisch versagen. Bei „Systemrelevanz“ springt im Notfall der Verbraucher oder der Steuerzahler zur Sanierung ein.

Da Sie vermutlich nicht dazu gehören, sollten Sie besser alle Ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um Ihre Produktivität oben zu halten. Je nach Branche und Geschäftsmodell gibt es hierfür unterschiedliche Stellschrauben, wie Digitalisierung, guter Einkauf oder Outsourcing, um nur einige zu nennen. 

Aber bei allen Unternehmen entscheidend: Die Motivation der Mitarbeiter!

Und das Potential zur Motivationsverbesserung ist riesig. Die Gallup-Studien zeigen immer wieder: 70 % der deutschen Arbeitnehmer machen Dienst nach Vorschrift! Ganz zu schweigen von 15 %, die nicht einmal das tun, sondern innerlich schon gekündigt haben. Was ist also alles möglich, wenn Sie das in Ihrem Unternehmen besser hinbekommen?

Theoretisch wissen Sie das natürlich auch, warum erzähle ich Ihnen das also alles?

Weil es in der Praxis so oft hinten runterfällt.

Warum? Weil viele Unternehmer bei Mitarbeitermotivation immer gleich an so „esoterische Sachen" wie Incentives, Teambuilding-Veranstaltungen, Mitarbeiter-Mentalcoachings oder ähnliches denken - also an das, was die „Großen“ machen.

Die meisten Unternehmer, die wir treffen (und da sind Sie vermutlich keine Ausnahme) sind auch nicht unbedingt begeistert von der Idee, mit Mitarbeitern über Baumwipfel zu klettern und darauf zu vertrauen, dass keiner das Sicherungsseil loslässt, mit Paintballs aufeinander zu schießen oder andere mehr oder weniger lustige Gruppenspiele zu veranstalten.

Dabei ist der Ansatz oft viel einfacher!

Denken Sie klein!

Soll heißen: Stellen Sie doch einfach einmal die kleinen Fehler ab. Denn kleine Ursachen haben oft eine große Wirkung! (Ja, die 5 € fürs Phrasenschwein habe ich bezahlt, es stimmt aber trotzdem.) Aber um Sie nicht weiter mit theoretischen Ausführungen zu langweilen, hier der versprochene…

… Praxisfall zum Anfassen und Nachahmen.

Ein kleines Auftragsfertigungsunternehmen für Ersatzteile im Maschinenbau mit knapp 60 Teil- und Vollzeitbeschäftigten lief lange Zeit ganz gut, bis es (unverschuldet) in eine Krisensituation schlitterte.

Diese konnte mit aller Kraft, sowie mit dem persönlichen Einsatz und viel wirtschaftlichem Engagement der Eigentümer gemeistert werden. Um zukünftig besser aufgestellt zu sein, wurden nun endlich einmal die Kennzahlen analysiert - mit verblüffenden Ergebnissen.

Machen Sie Ihre Effektivität transparent!

Zunächst einmal gab es (zur Überraschung der Eigentümer) eine relativ einfache Kennzahl, die die Unternehmenseffektivität einfach darstellen konnte und schnell verfügbar war: Der Umsatz je tatsächlich gearbeiteter Stunde.

Mit dieser Kennzahl konnten alle Monate miteinander verglichen werden, unabhängig vom Krankenstand, der Urlaubszeit oder anderen Personalschwankungen.

Solange dieser Wert (vorausgesetzt natürlich, es wurden bestimmte Mindestumsätze nicht unterschritten) bei 60 € lag, arbeitete das Unternehmen verlustfrei - die berühmte schwarze 0. Jeder Euro darüber bedeutete einen operativen Gewinn von rund 55.000 €!

Der anschließende Vergleich der Monate miteinander war noch überraschender: Trotz eines vollen Auftragsbuches und nahezu unveränderter Mitarbeiterzahl schwankte der Wert innerhalb eines Jahres zwischen 48 € und 79 €!

Finden Sie die Ursachen!

Die Tiefenanalyse zeigte schnell: Fehlten bestimmte Mitarbeiter (z. B. wegen Urlaubs), ging die Kennzahl deutlich runter. Der Unterschied dieser „Spitzenmitarbeiter“ zu den „normalen“ Mitarbeitern wurde schnell sichtbar.

Topmitarbeiter lieferten nahezu keine Produkte mit Qualitätsmängeln ab, die anschließend aufwändig nachbearbeitet werden mussten. Dabei unterschieden sich die Topmitarbeiter nicht in der Ausbildung von den übrigen Mitarbeitern, sondern in der Einstellung.

Die sichtbaren Unterschiede: Topmitarbeiter nutzten ihr Handy während der Arbeitszeit nicht und kamen im Schnitt 20 Minuten früher, um bei Schichtantritt eine gute Einweisung desjenigen Kollegen zu erhalten, der in der vorherigen Schicht den Auftrag bearbeitet hatte. So vermieden sie viele einfache Fehler, die die Leistung der „normalen“ Mitarbeiter deutlich reduzierte.

Zudem hatten sie nie „Montagsgrippe“, vermieden also ein akutes Organisationsproblem beim Unternehmen mit entsprechender Leistungsminderung für diesen Tag.

Steuern Sie effektiv dagegen - mit intelligenten Prämienmodellen!

Der erste Impuls war es natürlich, mit Verboten und ähnlichem zu arbeiten. Glücklicherweise setzte sich stattdessen die Idee durch, mit Prämien gegenzusteuern. 4 Prämienbausteine wurden eingeführt:

So gab es eine einfach gestaltete Anwesenheits- und Pünktlichkeitsprämie, die die Gesamtleistung des Unternehmens durch den deutlich gesunkenen Krankenstand, und die Effektivität durch verringerte Organisationsprobleme verbesserte.

Diese wurde mit einer Zusatzprämie für die freiwillige Abgabe des Handys bei Dienstantritt ergänzt, ebenfalls mit guten Ergebnissen. Zu diesen zwei individuellen Prämien kamen zwei Kollektiv-prämien. 

Eine monatliche Prämie erhielten alle Mitarbeiter, wenn der monatliche Umsatz je Arbeitsstunde mindestens 63 € betrug.

Zudem gab es eine Jahresprämie von 1 € je geleisteter Jahresarbeitsstunde des Mitarbeiters, wenn der durchschnittliche Umsatz je Arbeitsstunde im abgelaufenen Jahr 65 € erreicht hatte. Für jeden Euro mehr bekamen die Mitarbeiter sogar weitere 50 Cent gezahlt. Die zusätzliche Leistung wurde also zwischen Unternehmen und Mitarbeitern geteilt.

Und die Ergebnisse?

Mit diesen einfachen Mitteln stieg der Unternehmensgewinn bereits im ersten Jahr von knapp 180.000 € auf knapp 390.000 €. Und das, obwohl die Vollzeitmitarbeiter im Schnitt fast 2.200 € zusätzlich an Prämien ausgezahlt bekamen.

Der „Nettotrick“

Mitentscheidend für den Erfolg war der Einsatz von Nettoprämien, da Mitarbeiter häufig frustriert sind, wenn von Prämienzahlungen erst einmal die Hälfte für Steuern und Sozialabgaben abgezogen wird. Dies wurde hier durch den Einsatz geeigneter Gehaltskomponenten (weitgehend) vermieden. 

Fazit

Eine gute Analyse Ihrer Kennzahlen und Ihres Betriebsalltags deckt schnell kleine Fehler auf, mit großer Wirkung auf Ihren Personalbedarf und damit auf Ihren Gewinn. Mit intelligenten Prämien-gestaltungen lassen sich diese deutlich reduzieren. Also seien Sie kreativ!

Zu hoher Spritverbrauch, ineffektive Abläufe, Montagsgrippe und vieles mehr können Sie so in den Griff bekommen - also legen Sie los!

DIOMEDEA wünscht Ihnen hierfür maximale Erfolge!

 

Maik Miehe

Maik Miehe, Vorstand der DIOMEDEA AG. Seit 30 Jahren Berater für betriebliche Versorgungssysteme sowohl für kleine und mittlere Unternehmen als auch für Konzerne und Versicherungen. Dozent für Finanzierung von Pensionssystemen an der FH Koblenz.

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