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So verzichten Sie ohne Steuerschäden auf Ihre Pensionszusage!

Sie wollen ganz oder teilweise auf Ihre Pensionszusage verzichten? Dann stellt sich immer die Frage: Was muss ich beachten, um Steuerschäden zu vermeiden?

Falls Sie sich diese Frage bisher noch nicht gestellt haben, wird es jetzt höchste Zeit. 

Dieser Beitrag soll dabei die persönliche steuerliche Sicht eines Gesellschafter-Geschäftsführers eines Unternehmens beleuchten. Die Darstellung aus Sicht des Unternehmens haben wir in einem weiteren Artikel veröffentlicht:

 


Was bringt der Verzicht auf Unternehmensseite? 


Wieso soll ich auf etwas Steuern zahlen, was ich gar nicht bekomme?

Das mag erstmal skurril klingen, ist es aber wirklich nicht. Durch Ihren Verzicht verlieren Sie etwas und Ihr Unternehmen wird in gleichem Umfang "reicher". Denn Sie verlieren Teile Ihrer (zukünftigen) Leistungen aus der Versorgungszusage und das Unternehmen wird von eben diesen Verpflichtungen befreit.

Das würden Sie nicht tun, wenn Ihnen das Unternehmen nicht (teilweise) gehören würde. Und daher wird Ihnen dieser neue Reichtum im Unternehmen auch zugerechnet. Technisch handelt es sich um eine sogenannte verdeckte Einlage in das Unternehmen.

Entschädigt werden Sie vielleicht, wenn Sie Ihr Unternehmen später verkaufen. Vom Gewinn, den Sie durch den Unternehmensverkauf realisieren, können Sie den schon versteuerten „Reichtum“ abziehen.

Das sollte man doch vermeiden können!

Tatsächlich gibt es zwei Szenarien, in denen Sie auf Ihre Pension verzichten können, ohne steuerliche Nachteile zu erleiden:

  • Entweder Sie verzichten auf etwas, was Ihnen noch gar nicht gehört,
  • oder Sie verzichten auf etwas, was keinen Wert hat.

Verzicht auf etwas, was Ihnen noch nicht gehört

Wenn Sie eine Pensionszusage haben, müssen Sie sich diese erst schrittweise verdienen. Wenn Sie sich mit 45 Jahren eine Pensionszusage erteilen, die ab dem 65. Lebensjahr Rente an Sie zahlen soll, müssen Sie auch bis dahin im Unternehmen arbeiten. Scheiden Sie z. B. mit 55 Jahren aus dem Unternehmen aus, haben Sie erst die Hälfte der Rente (v)erdient.

Und hier knüpft die erste Verzichtsmöglichkeit an: Auf den Teil Ihrer Pension, den Sie sich erst in Zukunft verdienen würden, können Sie steuerunschädlich verzichten. Sie müssen diesen Teil nur richtig berechnen.

Das ist im Einzelfall leider gar nicht so einfach. Hier ein kleines Beispiel: 

Falls Sie arbeitsrechtlich als Arbeitnehmer einzustufen sind (z. B. als nur geringfügig beteiligter Gesellschafter), gilt eine andere Formel für die Berechnung des Ihnen bereits fest zustehenden Rententeils als beispielsweise für alleinige Gesellschafter-Geschäftsführer. Sie sollten also Sicherheit über Ihren Status haben. 

Darüber hinaus haben sich erst kürzlich die Regeln zur Berechnung von erdienten Ansprüchen von Unternehmern mit Staffelzusagen (z. B. erste Zusage 1.000 € monatliche Altersrente, später auf 2.000 € erhöht, usw.) geändert. Hier muss nun für jede einzelne Zusagestufe separat berechnet werden, wie hoch der erdiente Teil aus dieser Stufe ist. 

 


Auf wieviel Rente kann ich unproblematisch verzichten?

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Verzicht auf etwas, was keinen Wert hat

Was aber, wenn Sie nicht nur auf die Leistungen verzichten wollen, die Sie erst in Zukunft erdienen?

Um hier einen steuerunschädlichen Verzicht hinzubekommen, müssen Sie nachweisen, dass Ihr Anspruch gegen Ihr Unternehmen nicht werthaltig und gar nicht mehr erbringbar ist.

Dies lässt sich nur durch eine (handels-)bilanzielle Bewertung erreichen aus der hervorgeht, dass Ihr Unternehmen ohne (Teil-)Verzicht überschuldet und damit insolvenzanmeldepflichtig wäre. Je nach Branche und Geschäftsmodell lässt sich dies mehr oder weniger gut nachweisen, da immer die Frage aufkommen wird, ob Ihr Unternehmen nicht über stille Reserven verfügt, deren Hebung einer Überschuldung entgegenwirken könnte.

Wie bekomme ich hier Sicherheit?

Nur über eine verbindliche Anfrage beim Finanzamt kann vorab Klarheit und Sicherheit erlangt werden, ob der geplante Verzicht auf wertlose Ansprüche so in Ordnung ist. Wichtig ist dabei ein konkreter Vortrag mit Darstellung der Auswirkungen des geplanten Verzichts, möglichst unter Vorlage eines aktuarischen Testats.

Sehr viel einfacher ist das Verfahren und der Nachweis der Wertlosigkeit der Pension nur, wenn sich Ihr Unternehmen bereits im Insolvenzverfahren befindet. Allerdings ist es hier vermutlich eher Ihr Ziel, Ihre Pensionsansprüche wirtschaftlich zu sichern, als zu verzichten.

Und zum Schluss: Die liebe Bürokratie

Klingt zwar komisch, aber aus gegebenem Anlass weisen wir Sie abschließend noch kurz auf eine Selbstverständlichkeit hin. Ein Verzicht muss - damit er wirksam werden kann - genauso vollständig schriftlich vereinbart oder erklärt werden, wie die Erteilung einer Pensionszusage. Und bei einem Geschäftsführer sollte der Gesellschafterbeschluss nicht vergessen werden!


Fazit

Der Verzicht auf die Ihnen noch nicht gehörenden Pensionsansprüche ist relativ einfach. Allerdings sollten Sie hierfür die Ihrem arbeitsrechtlichen Status entsprechenden Berechnungen verwenden.

Der steuerunschädliche Verzicht auf bereits von Ihnen erdiente Ansprüche ist deutlich schwieriger. Er funktioniert nur bei Insolvenznähe und sollte immer mit einer verbindlichen Anfrage abgesichert werden.

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Falk Mäde-Heck

Falk Mäde-Heck, Rechtsanwalt & Partner der DIOMDEA AG. Nach Tätigkeiten für wirtschaftsrechtliche Kanzleien, seit 2012 bei DIOMEDEA. Spezialist für Gesellschaftsrecht, Unternehmerversorgung & betriebliche Altersvorsorge.

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