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Warum brauchen Unternehmer seit 2018 ein spezielles Depot?

Warum brauche ich ein Depot, das speziell für Unternehmen konzipiert ist? Worauf muss ich bei der Anlage von Firmengeldern achten? Das beleuchten wir in diesem Beitrag näher.

Warum sollte ich Unternehmensgelder in einem Depot "parken"?

Es geht nicht um die kurzfristige Liquiditätsreserve

Was Sie als Unternehmer mit Ihrer verfügbaren Unternehmensliquidität machen, müssen Sie natürlich selbst entscheiden. Und es macht gar keinen Sinn Gelder, die Sie kurz- bis mittelfristig brauchen, in irgendwelche Kapitalmarktprodukte zu binden. Die Liquiditätsreserve, die Sie für das alljährliche Sommerloch brauchen, gehört natürlich aufs Konto, damit Sie darüber jederzeit und schnell verfügen können.

Anlage für längerfristige Zeithorizonte

Allerdings sammeln sich bei Unternehmen häufig Reserven, die in einem kurz- oder mittelfristigen Zeithorizont nicht gebraucht werden. Langfristige Investitionsrücklagen beispielsweise oder Gelder, die für Anlageerneuerungen in einigen Jahren geplant sind. Ebenso verbleiben selbst Gelder zur Finanzierung von Pensionsverpflichtungen, die oft erst in 10 bis 20 Jahren benötigt werden, in der regulären Kontenstruktur von Unternehmen.

Warum? In der Regel aus "gefühlter Sicherheit", das Konto kenne ich, da kann nichts passieren. Tatsächlich zeigt die Praxis, dass diese Annahme leider trügt. Ein wirksamer Insolvenzschutz beispielsweise von Pensionsgeldern lässt sich nur aufbauen, wenn das Geld wirklich separiert ist. Bleibt das auf dem normalen Giro- oder Tagesgeldkonto des Unternehmens, fällt es im Falle einer Insolvenz in die Gläubigermasse. Es wird also an die Gläubiger verteilt, statt für den Ruhestand zu sorgen.

Seit Ende 2020 Risiko Nr. 1: Inflation

Das heutzutage aber noch größere Problem ist der Verlust von Kaufkraft durch Inflation, verstärkt durch die laufenden Strafzinsen auf höhere Anlagesummen bei klassischen Konten. Bei einer aktuellen Inflation von rund 4 % p.a. und einem üblichen Strafzins von 0,5 % übersteigen die sicheren Schäden einer solchen Anlage die möglichen Risiken einer sicheren Anlage am Kapitalmarkt deutlich. Und letztere hat neben diesem Risiko ja auch die Chance, tatsächlich Erträge zu generieren.

Sind Aktien eine sichere Anlage? Zu den Bedingungen, wann das gelten kann, haben wir einen Blogbeitrag für Sie.

Das Gesamtbild zeigt klar: Geld, das Sie absehbar nicht brauchen, gehört in den Kapitalmarkt. Dabei entscheidet Ihr Zeithorizont - als die Zeit, die Sie das Geld sicher nicht brauchen - über die konkrete Anlage.

Sie wollen mehr über Negativzinsen und Inflation erfahren? Lesen Sie unseren Blogbeitrag hierzu. 

Warum ein spezielles Depot für Unternehmen?

Damit kommen wir zur Ausgangsfrage zurück: Depot ja, aber warum nicht einfach irgendeins? Depotangebote gibt es schließlich wie Sand am Meer. Und gerade in Zeiten von Onlinedepots und Trading Apps stellt sich die Frage, warum ein Unternehmen sich nicht für Spezialangebote von Business Depots entscheiden sollte.

Die Antwort lauert im Investmentsteuerreformgesetz von 2018. Denn dieses regelt, wie Erträge aus Kapitalanlagen zu versteuern sind - und sieht dabei für Unternehmen und Privatpersonen vollständig unterschiedliche Spielregeln vor.

Grund Nr. 1: Sie kaufen nicht versehentlich falsche Anlagearten

Ein normales Depot ist für Privat- und Unternehmensanleger identisch aufgebaut. Es nimmt keine Rücksicht darauf, dass für ein Unternehmen die Anlage beispielsweise in Einzeltitel steuerlich Irrsinn ist. Denn die Erträge aus Einzeltiteln werden voll versteuert, während Investments in Aktienfonds - und sei es mit denselben Titeln - fast vollständig steuerfrei sind. 

Häufige andere Fehler sind etwa der Kauf von Mischfonds, die nicht für das deutsche Steuerrecht konzipiert sind. Denn ein Mischfonds mit 50 % Aktienanteil und 50 % andere Anlageklassen klingt erstmal sinnvoll. Wäre der Fonds aber auf den deutschen Markt ausgelegt, wäre sein Aktienanteil um ein Prozent höher. Denn damit wären 80 % statt 40 % der Erträge steuerfrei!

Ein dezidiertes Business Depot und Berater mit Firmenexpertise helfen Ihnen dabei, solche Fehler zu vermeiden. 

Grund Nr. 2: Steuern sparen kann nur, wer seine Freibeträge kennt

Der zweite und wichtigste Grund ist: Bei einem Business Depot erhalten Sie eine Steuerbescheinigung, mit der Sie die steuerliche Attraktivität der Anlage im Unternehmensmantel auch nutzen können!

Denn während bei einem Aktienfonds auf privater Ebene lediglich 30 % der Erträge steuerfrei sind, kann eine Kapitalgesellschaft (wie eine GmbH, UG oder AG) satte 80 % der Erträge steuerfrei stellen.

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Quelle: ebase®, Partnerbank der DIOMEDEA AG

Der Haken: Diese hohen Freistellungssätze für Unternehmen müssen Sie als Unternehmen auch geltend machen. Damit Sie das können, müssen Sie natürlich die entsprechenden Werte von Ihrer Bank mitgeteilt bekommen.

Hier zeigt unsere Erfahrung, dass sowohl klassische Filialbanken als auch viele angebliche Firmenkundenspezialisten oft nicht in der Lage sind, eine Abrechnung zu liefern, mit der Unternehmen ihre hohen steuerlichen Freibeträge auch nutzen können.

Statt einem Bilanzreport, den das Steuerbüro schnell buchen kann, erhalten Unternehmen in aller Regel das Standardschreiben für Privatpersonen. Dort werden Ihnen alle Daten für eine Einkommenssteuerklärung mitgeteilt:

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... Schade nur, dass Unternehmen keine Einkommenssteuererklärung abgeben - Sie brauchen die Daten für die Körperschafts- und Gewerbesteuererklärung. Und hier gilt wieder: Es gelten vollständig unterschiedliche Regeln für private und Firmendepots!

Dieses mangelhafte Reporting kostet bares Geld:

Beispiel: Bei 100.000 EUR steuerlichem Ertrag werden, bei Anwendung der privaten Teilfreistellungssätze lediglich 30.000 EUR steuerfrei gestellt - statt der 80 % die dem betrieblichen Anleger zustehen. Ohne entsprechenden Ausweis unterbleibt meist das Geltend machen höherer Freistellungssätze.

Ergebnis: Bei einem durchschnittlichen Unternehmenssteuersatz von 30 % werden 15.000 EUR zu viel Steuern gezahlt.

Wenn Sie ein Firmendepot bei Ihrer Hausbank haben, machen Sie mal den Test: Schauen Sie in Ihre letzte Jahressteueraufstellung. Wenn Ihre Hausbank Ihnen auch nur Werte nach dem Einkommenssteuergesetz [EStG] (also für Privatpersonen!) zuschickt, sollten Sie mal einen Termin mit Ihrer Bank und Ihrem Steuerberater machen, Sie sind Opfer eines verbreiteten Problems, das leider bares Geld kostet ...

Grund Nr. 3: Hören Sie auf Ihren Steuerberater zu ärgern

Wenn Sie ein Depot unterhalten, gerade wenn die Anlage vielleicht der Altersvorsorge dienen soll, tun Sie das wahrscheinlich für eine sehr lange Zeit. Und das heißt für sehr viele Bilanzen. Für jede dieser Bilanzen müssen sämtliche Depotwerte korrekt als Aktivwerte in Ihrer Bilanz erfasst werden.

Glauben Sie uns, dass ist bei Steuerberatern und Ihren Fachangestellten meist ein echtes Schmerzthema. Denn mit den Unterlagen eines gewöhnlichen Depots die korrekt zu buchenden Werte zu ermitteln, ist schwierig und zeitintensiv. Und bei unseren heutigen volatilen Märkten für Steuerberater ein riesiges Haftungsthema. Für den Kunden äußert sich das entweder in murrigen Telefonaten mit den Steuerfachangestellten oder in erheblichen Mehrkosten für die Steuerberatung - fairerweise häufig sogar beides. 

Das müssen Sie Ihrem Steuerberater und sich selbst nicht antun. Ein richtiger Bilanzreport weist Ihrem Steuerberater zu Ihrem individuellen Bilanzstichtag genau die Aktivwerte aus, die zu buchen sind: 

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Quelle: ebase®, Partnerbank der DIOMEDEA AG

Hier kann Ihr Steuerberater auf einen Blick sehen, welche Werte in die Bilanz gehören. Und ein vernünftiges Unternehmensdepot weist Ihnen auch außerordentlich - für eine Zwischenbilanz oder Unternehmensbewertung z. B. im Rahmen eines Verkaufs - binnen weniger Tage die erforderlichen Werte aus.

 

Fazit

Die meisten Unternehmen kommen kaufmännisch heute nicht daran vorbei, Teile des Betriebskapitals in einem Depot anzulegen. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass ein echtes Firmendepot abgeschlossen wird, dass die Beschränkungen und Erfordernisse der Anlage im Unternehmensmantel mitdenkt.

Weil es für viele Unternehmen sehr schwierig ist, ein passendes Depot zu finden, haben wir im Auftrag von Mandanten gemeinsam mit ebase eine Depotlösung für Unternehmen geschaffen. Schauen Sie einfach mal rein:

zum DIOMEDEA Unternehmerdepot

 

 

Falk Mäde-Heck

Falk Mäde-Heck, Rechtsanwalt & Partner der DIOMDEA AG. Nach Tätigkeiten für wirtschaftsrechtliche Kanzleien, seit 2012 bei DIOMEDEA. Spezialist für Gesellschaftsrecht, Unternehmerversorgung & betriebliche Altersvorsorge.


 

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