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Zusätzliche Verluste in 2018 durch Ihre Pensionszusage!

Pensionszusagen - der Druck durch neue Sterbetafeln steigt weiter!

Pensionszusagen an geschäftsführende Gesellschafter (und natürlich auch an Mitarbeiter) befinden sich in den letzten 20 Jahren unter einem stetig steigenden Kostendruck.

Die drei apokalyptischen Reiter heißen Zinsschmelzesteigende Lebenserwartung und, wenn auch derzeit eher schlummernd, Inflation.

Obwohl die Risiken bekannt sind, werden sie immernoch erstaunlich lange von allen Beteiligten ignoriert. Erst wenn die Pensionszusage zum akuten Problem wird (z. B. durch Unternehmensverkauf, Pensionsbeginn ohne ausreichende Finanzierung, Unternehmensinsolvenz, etc.), werden Unternehmer oder Steuerberater aktiv.

Leider ist bis dahin der Handlungsspielraum jedoch bereits deutlich eingeschränkt. Und nicht nur das, sondern auch die Kosten für die Beseitigung des konkreten Problems sind unerfreulich und unnötig hoch.

Damit Ihnen oder (falls Sie Steuerberater sind) Ihren Mandanten nicht dasselbe passiert, möchten wir die aktuelle Entwicklung der Lebenserwartung (gemäß der Heubeck-Sterbetafeln) zum Anlass nehmen, das Thema bei Ihnen noch einmal verstärkt ins Blickfeld zu rücken.

Die Fakten

Am 20.07.2018 wurden die neuen Sterbetafeln RT 2018G veröffentlicht. Wenn das Bundesministerium für Finanzen die Tafeln in Kürze für die steuerliche Bewertung der Pensionsrückstellungen anerkennt (zwischenzeitlich erfolgt), werden diese bereits für die Steuer- und Handelsbilanz 2018 wirksam.

In den neuen Sterbetafeln zeichnen sich, neben einer längeren Lebenserwartung, beispielsweise auch eine Reihe anderer Faktoren ab. So besteht unter anderem eine leicht sinkende Eintrittswahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit in fortgeschrittenem Alter. Des Weiteren werden auch soziale Faktoren berücksichtigt. Einer dieser ist, einfach ausgedrückt, dass reiche Rentner länger leben, als arme.

Die konkreten Auswirkungen der neuen Sterbetafeln auf Ihre Bilanzen variieren entsprechend Ihrer konkreten Zusage, Ihrem Alter, Geschlecht, usw.

Klar ist jedoch folgendes: Die Rückstellungen werden ansteigen - in der Handelsbilanz natürlich deutlich höher, als in der Steuerbilanz. Und während Sie die durchaus positiven steuerlichen Effekte über drei Jahre verteilen müssen, „dürfen“ Sie die Aufwendungen in der Handelsbilanz vollständig im Jahr 2018 verbuchen, mit voller Auswirkung auf den ausschüttbaren Gewinn.

Kostenexplosion mit Ansage

Auch wenn die Kostensteigerung sich nach ersten Schätzungen durchschnittlich lediglich auf 2 - 3 % belaufen wird, verteuert sich die Pensionszusage damit dennoch weiter. Durchschnittlich bedeutet eben, dass bei Ihnen die konkreten Auswirkung auch höher ausfallen könnten.

Allerdings ist auch dies lediglich ein Baustein im Gesamtbild. Denn Ihr wirtschaftlicher Hauptfeind ist weder die Lebenserwartung, noch die Inflation (auch wenn sich das ganz schnell ändern kann), sondern die Zinsschmelze!

Wie Sie sehen, ist hier die Prognose für die nächsten Jahre relativ düster:

                                        Bilanzstichtag         Abzinsungssatz
                                          31.12.2017                     3,68%
                                          31.12.2018                     3,20%
                                          31.12.2019                     2,78%
                                          31.12.2020                     2,48%
                                          31.12.2021                     2,15%
                                          31.12.2022                     1,98%
                                          31.12.2023                     1,83%
                                          31.12.2024                     1,74%

Man könnte also leicht zugespitzt behaupten, Ihre aktuellen Bilanzen seien fake news. Denn wenn Sie beispielsweise den Zinssatz von 2014 auf Ihre heutigen Rückstellungen in der Handelsbilanz anwenden, dann kommen Sie auf dramatisch andere Zahlen.

Neuer Call-to-Action

Eine kleine Kostprobe gefällig?

Sie haben sich im Jahr 2000 eine Altersrente von 3.000 € mit 60 % Witwen(r)rente und einer Rentenanpassung von 1 % erteilt, und gehen 2027 in Rente. 2017 haben Sie dafür rund 336.658 € in Ihrer Handelsbilanz (Zinssatz 3,68 %) zurückgestellt.

Wenden Sie hingegen den Rechnungszins von 2024 an, landen Sie hier aber bei 484.135 €. Packen Sie nun noch die aktuelle Anpassung aus der neuen Sterbetafel oben drauf, dann landen Sie sogar bei fast 500.000 € !!!

Ergebnis: Sie haben gut 160.000 € mehr Verpflichtungen in Ihrer Bilanz, als Sie sich heute vielleicht bewusst sind.

Und das Problem steigt noch an!

Wenn Sie dann mit 65 Jahren in Rente gehen, stehen bereits 855.000 € in Ihrer Bilanz. Vermutlich ist es bis dahin aber sogar noch mehr, da die Sterbetafeln höchstwahrscheinlich weiter angepasst werden müssen.

 Fazit

Wenn Sie mit diesen Zahlen kein Problem haben - hervorragend! Andernfalls sollten Sie sich jedoch ernsthaft mit konkreten Lösungsmöglichkeiten beschäftigen. Glücklicherweise existiert hier eine breite Palette von Angeboten, wie beispielsweise die (Teil-)Abfindung, der (Teil-)Verzicht, eine verbesserte Finanzierung durch Nutzung zusätzlicher Steuereffekte, usw. All das funktioniert aber nur, wenn Sie es auch zeitnah angehend.

                DIOMEDEA wünscht Ihnen hierbei viel Erfolg!

 

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Maik Miehe

Maik Miehe, Vorstand der DIOMEDEA AG. Seit 30 Jahren Berater für betriebliche Versorgungssysteme sowohl für kleine und mittlere Unternehmen als auch für Konzerne und Versicherungen. Dozent für Finanzierung von Pensionssystemen an der FH Koblenz.

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